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Wasserpreis 2006

Am 24.11.2005 wurde in der Gemeinderatssitzung beschlossen, den Nettopreis für Frischwasser von 1,67 auf 1,85 € /m³ zu erhöhen. Dazu einige Gedanken.

1992 kostete ein 1 m³ Frischwasser ca. 0,90 € . Dies setzte sich aus 0,84 € für den Kubikmeter Wasser, einigen Euro Gebühr für den Wasserzähler und 7 % MWSt. zusammen. Im Jahr 2006 wird 1 m³ Frischwasser ca. 2 € kosten. Diese Kosten setzen setzen sich aus 1,85 € für das Frischwasser, einigen Euro für den Gebührenzähler und 7 % MWSt.. Die Kostensteigerung seit 1992 beträgt mehr als das Doppelte. Der Wasserpreis trägt somit überdurchschnittlich zur Geldwertentwertung bei.

Im Preis von 1,85 € /m³ Wasser sind 0,09 € für eine Konzessionsabgabe enthalten. Dies bedeutet vereinfacht gesagt, daß ich als Bürger Abgaben dafür bezahle, damit ich meine eigenen Wasserleitungen durch meine eigenen Straßen leiten darf. Bei einem Wasserverbrauch von 50 m³ und unter Einbeziehung der fälligen Mehrwertsteuer kostet diese Konzessionsabgabe den einzelnen Bürger ca. 4,80 € pro Kopf und Jahr.

Man kann jetzt sagen, daß die Stadt unbedingt Geld einnehmen muß um ihre Aufgaben erfüllen zu können, daß dies eine verbrauchsabhängige Abgabe ist und jeden trifft, daß es keinen Verwaltungsaufwand kostet um diese Abgabe einzunehmen und daß dadurch die Verschwendung eines wertvollen Stoffes eingeschränkt wird.

Man kann aber auch sagen, daß Wasser ein Grundnahrungsmittel ist und deshalb vom Gesetzgeber nur mit 7 % MWSt. besteuert wird und daß es auf Grund seiner Wichtigkeit von weiterer Belastung ausgenommen sein sollte. Man kann die Ansicht haben, daß lebensnotwendigen Dinge preiswert sein müssen, damit Menschen, die über wenig Geld verfügen, nicht gezwungen werden in die Schattenwirtschaft und sogar in die Kriminalität abzurutschen, nur damit sie über die Runden kommen. Man kann einwenden, daß es nicht recht ist, wenn die Stadt von einem Armen über den Wasserpreis Gelder einnimmt und Dinge finanziert, von denen dieser Arme nie einen Nutzen haben wird, da er sie sich sowieso nicht leisten kann. Da die Anzahl der Leute, die wenig Geld haben, in den nächsten Jahren zunehmen wird, muß man sehr genau sein, wenn man Gebühren erhebt.

Diese 4,80 € pro Kopf und Jahr sind nur geringfügig. Sie müssen aber erst einmal Brutto verdient werden und vergrößern die Summe der anderen "geringfügigen Erhöhungen", mit denen der Bürger in den nächsten Jahren zusätzlich beim Strom, Gas, Müllabfuhr etc belastet wird.

Vielleicht sollte man folgenden Weg gehen: Der Wasserpreis beinhaltet ausschließlich die Kosten zur Herstellung von Frischwasser und jede zusätzliche Erhöhung dient ausschließlich der Abzahlung von Schulden, die das Wasserwerk hat. Die Kosten für die gegenwärtigen Zinszahlungen belasten einschl. MWSt. den Kubikmeter Wasser mit ca. 0,03 € pro Jahr und bräuchten nicht sein. Außerdem müßte es möglich sein die Konzessionsabgabe von 110.000 € im Jahr 2006 in Zukunft auf eine andere Art einzutreiben bzw. einzusparen.

Ingrid Hörnberg