Bürgerschaftliches Engagement
Unter Leimens wenigen Ressourcen gibt es eine, die in den vergangenen Jahren konsequent vernachlässigt wurde: das sogenannte „Sozialkapital“ – ein Kapital, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Darunter versteht man die Beteiligung und Einbeziehung von BürgerInnen jeden Alters bei der Gestaltung des kommunalen Zusammenlebens.
Gründung einer Bürgerstiftung
Bürgerstiftungen sind Stiftungen von Bürgern für Bürger. Sie sind wirtschaftlich und politisch unabhängig und weder konfessionell noch parteipolitisch gebunden. In den vergangenen Jahren haben Bürgerstiftungen immer weitere Verbreitung gefunden.
Im sozialen und kulturellen Bereich fördern und unterstützen sie heute eine breite Palette wichtiger Projekte. Ein bedeutender Vorteil lokal agierender Bürgerstiftungen liegt darin, dass die Mittelvergabe weder von der schwankenden Leistungsfähigkeit des kommunalen Haushalts, noch den Unwägbarkeiten politischer Mehrheiten abhängig ist.
Bürgerhaushalt
Unter Bürgerhaushalt versteht man die frühzeitige Einbeziehung der Bürger in die Planung des kommunalen Haushalts. Bisher sind solche Haushalte für die meisten Menschen Bücher mit sieben Siegeln. Selbst unter Gemeinderäten befassen sich damit oft nur die jeweiligen Experten der Fraktionen. Der Bürgerhaushalt fördert das Verständnis für die Möglichkeiten und die finanziellen Spielräume einer Kommune. Bisherige Beispiele haben gezeigt, dass die beteiligten Bürger sehr verantwortungsbewusst mit dieser Mitwirkungsmöglichkeit umgegangen sind.
Regelmäßige Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen
Ein lange Zeit praktiziertes Instrument der Bürgerbeteiligung waren Bürgerversammlungen. Statt diese zeitgemäß weiter zu entwickeln wurden sie in den vergangenen Jahren immer seltener angesetzt, und heute hat man das Gefühl sie seien sanft entschlafen. Lediglich zum Thema Sanierung hat man die Bürger noch zum Gespräch gebeten, ansonsten herrscht weitgehend Funkstille. Regelmäßige Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen (mindestens einmal pro Jahr) müssen in Leimen wieder zum Standard werden.
Lokale Agenda wiederbeleben
Die lokale Agenda hat in Leimen etwas bewegt. Manche Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen (Radwegebeschilderung) andere haben eine gute Basis gefunden (Weltladen), aber nur wenig wird neu auf den Weg gebracht (Ausnahme: Initiative Wanderwege). Das Engagement der Verwaltung den Agendaprozess weiter zu entwickeln hat kontinuierlich nachgelassen und damit wird Sozialkapital verschenkt. Wir brauchen eine neue Diskussion über die künftige Ausrichtung der Agenda.