GRÜN-Alternative LISTE LEIMEN

 
 
 

19.3.2009

Mobilität

Am Dienstag, den 10.3.2009 traf sich die GALL im Restaurant Nordstern in Gauangelloch um Meinungen und Vorschläge zur Verbesserung der Mobilität in Leimen zu sammeln.

Zunächst wurde zusammengestellt, welche Maßnahmen für den ÖPNV aus Sicht der GALL notwendig sind, um den Nahverkehr attraktiver zu machen. Dies ist zum Beispiel die Anbindung des Citybusses an die S-Bahn in Richtung Süden, da hier zur Zeit Umsteigezeiten von bis zu 26 Minuten in Kauf genommen werden müssen. Die S-Bahn selbst wird so stark frequentiert, dass die Verlängerung der Bahnsteige erforderlich wird, um mit drei Zügen fahren zu können.

Um die Attraktivität Gauangellochs zu verbessern ist eine Anbindung nach Bammental notwendig. Pläne dazu gibt es schon. Die größte und teuerste Maßnahme ist aber der Ausbau der Straßenbahnlinie nach Heidelberg. Die Einhaltung des Fahrplans für die Linie 23 ist wegen der Einspurigkeit in Leimen oft nicht möglich. Außerdem ist die Verbindung zum Neuenheimer Feld, in dem immer mehr Arbeitsplätze entstehen wegen des erforderlichen Umsteigens sehr unattraktiv. Sie kann nur verbessert werden, wenn die Linie 24 bis Leimen fährt, was einen zweispurigen Ausbau erforderlich macht.

Neben weiteren Linien und Taktverbesserungen gehört aber auch die Verbesserung der Haltestellen dazu. Das bedeutet einen sukzessiven Ausbau behindertengerechter Haltestellen, die überdacht und mit Sitzgelegenheiten ausgestatet sein müssen.

Es könnte allerdings der Nahverkehr und die Straßen auch entlastet werden, wenn mehr Leute das Fahrrad nutzen würden. Sieht man sich jedoch die Fahrradrouten an, dann muss man sich nicht wundern, wenn viele sagen, dass Fahrrad fahren zu gefährlich sei. Bestes Beispiel ist der Nordausgang von Leimen. Beim Ausbau der Straße wurden die Fahrradfahrer, die über den Leimer Weg nach Heidelberg fahren, schlichtweg vergessen, obwohl genug Platz für eine sichere Querung der Rohrbacher Straße vorhanden ist. Auch die Route entlang der St. Ilgener Straße ist für Fahrradfahrer wegen der vorbei brausenden Autos und LKWs ein Horrortrip. Und wenn man auf die Idee kommt mit dem Fahrrad in den Nachbarort Nußloch fahren zu wollen muss man entweder einen langen Umweg über die Felder mit anschließender Bergwertung in Kauf nehmen oder man riskiert es, die alte B3 zu benutzen. Hier sind Fahrradwege ein absolute Notwendigkeit. Ziel muss sein, dass bei jeder Straßenbaumaßnahme der Fahrradverkehr berücksichtigt wird. Hilfreich wären außerdem überdachte Abstellplätze an zentralen Punkten in der Stadt. Nur so können mehr Leute zum Umsteigen auf das Fahrrad animiert werden.

Auch für Fußgänger sind die Bedingungen insbesondere in den Ortskernen alles andere als gut. Dies trifft vor allem (Schul-)Kinder, Menschen mit Behinderungen, Eltern mit Kinderwägen oder Senioren. Unebene Gehwege, Schulwege, die teilweise nicht einmal die Breite von Schulranzen haben, oder fußgängerfeindliche Ampelschaltungen machen die Fortbewegung auf den eigenen Beinen oft genug zum Hindernislauf. Alle Bedarfsampeln müssen dem Fußgänger umgehend grün geben, an großen Kreuzungen (Rohrbacher/Schwetzinger Str., Rohrbacher/Rathaus/St.Ilgener Str.) muss es für Fußgänger eine eigene Ampelphase geben, in der sie ohne Risiko die Kreuzung überqueren können (Rundumgrün). Die von der Stadt festgelegten Schulwege müssen einen Sicherheitsstandard gewährleisten, der es Eltern guten Gewissens möglich macht, auch jüngere Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken. Dazu gehören ausreichende Gehwegbreiten, sichere Übergänge und eine durchdachte Gestaltung der PKW-Parkflächen entlang von Gehwegen.

Speziell für Menschen mit Behinderung bieten die Ortskerne zahlreiche Hindernisse. Ampeln sind für Blinde nicht erreichbar, da sie weder akustisch zu orten sind, noch durch Rillenplatten zu finden sind, Gehwege sind für Rollis nicht abgesenkt und wenn, dann sind sie für Blinde nicht durch Markierungen gesichert. Hier braucht es dringend mehr Aufmerksamkeit bei künftigen Umbaumaßnahmen, um Leimen für alle BürgerInnen barrierefrei zu gestalten.

Ausführlich wurde bei der Sitzung die künftige Gestaltung der Kerne von Leimen, St.Ilgen und Gauangelloch besprochen. Insbesondere die Rathausstraße nahm viel Raum ein. Die GALL steht für eine Fußgängerzone zwischen der Bergbrauerei und dem Bärentorplatz. Anders ist nach unserer Überzeugung der Stadtkern nicht zu beleben. Schon heute gibt es sechs Betriebe, die eine Außenbewirtschaftung betreiben könnten und so eine große Aufenthaltsqualität erzielen könnten, wenn keine Autos mehr durch die teilweise sehr enge Straße fahren. Bleiben die Autos in der Rathausstraße, wird das Nadelöhr zwischen Rathaus und Bärentorplatz immer wie ein Graben wirken, der KCL und das neue Einzelhandelszentrum vom Rathaus trennt. Einen kompakten attraktiven Stadtkern kann man so nicht erreichen.

Auch in St.Ilgen stehen für den Ortskern wichtige Entscheidungen an. Insbesondere Theodor Heuss Str., kleine Bahnhofstraße und Leimbachstraße sind hier die Problemzonen. Für die Theodor Heuss Str. befürwortet die GALL die Abstufung zur Ortsstraße und hat bereits den Antrag aus 2007 erneut eingebracht. Damit erhalten wir einen größeren Gestaltungsspielraum. Sogar eine shared space Zone vom Europaplatz bis zur Einmündung Weberstraße wäre möglich und wünschenswert. Um die schwierige Situation in der kleinen Bahnhofstraße zu beheben, schlagen wir die Umwidmung in eine Einbahnstraße Richtung Süden vor. Der östliche Gehweg (=Schulweg) kann dann verbreitert werden, eventuell kann auch ein Radweg angelegt werden. Die Leimbachstr. muss in den Bereich der Ortskernsanierung aufgenommen werden. Auf der Höhe der ev. Kirche, wo nach der Leimbachsanierung eine Fußgängerbrücke entstehen soll, sollte nach unserer Meinung die Straße eingeengt werden, was die Durchfahrt unattraktiver machen würde.

Wir konnten hier natürlich nicht all unsere Ideen für eine bessere Mobilität in Leimen darstellen. Verfolgen Sie deshalb auch weiterhin unsere Berichterstattung in der RaRu und auf www.gall-leimen.de. Diskutieren Sie mit uns am 31.3. im Elisabeth Bildstein Zimmer die Themen „Energie und Umwelt“.

Christa Hassenpflug und Ralf Frühwirt

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