GRÜN-Alternative LISTE LEIMEN

 
 
 

27.10.2006

Leimen-aktiv?

In der jüngsten Leimen-aktiv wurden auf Seite 6 unter der Rubrik Aktuelles zwei „Sündenfälle“ in der Stadt aufgegriffen. Sündenfall 2 beschäftigte sich mit der Birnbaumallee in der Rohrbacher Straße. In diesem Artikel wurde sehr beredt über die Nützlichkeit von Bäumen für Klimaverbesserung, Sauerstoffproduktion, als Staubfilter und Lärmschutz erzählt und auch darüber, dass Bäume eine Stadt reich machen.

Allerdings wird auch der Nutzen von Obstbäumen (zumindest an dieser Stelle) deutlich in Frage gestellt. Von zertretenem Fallobst und Ungezifer ist da die Rede. Dann bedauert der Autor, dass die Stadtverwaltung einen Denkschritt ausgelassen hätte, in dem sie den unpraktischen Wert von Obstbäumen hätte feststellen und sich für kleinere, pflegeleichtere Laubbäume entscheiden können. Zum Schluss wird noch bedauert, dass die Anwohner nicht in den Genuss der Vorzüge der Obstbäume kommen.

Hier hätte dem Autor ein kleiner Denkschritt genügt, um von der sicherlich berechtigten Kritik an der derzeitigen Situation zu einer Lösung des Problems zu kommen, die vielleicht allen Beteiligten helfen würde. Schließlich hat er im Schlusssatz des ersten Sündenfalls schon den richtigen Fingerzeig gegeben, der lautete: Es ist nicht nur damit getan, in unserem Magazin auf Missstände hinzuweisen.

Richtig, meinen wir. Es muss auch Aktivität entfaltet werden. Warum sollen eigentlich die Anwohner und wer sonst noch Interesse an dem Obst hat nicht in den Genuss der Vorzüge kommen? Warum lädt eigentlich der Bund der Selbstständigen nicht zusammen mit der GALL und der Stadt im Rahmen der lokalen Agenda im nächsten Jahr zur öffentlichen Obsternte mit anschließendem Saftpresen und gemütlichem Beisammensein? Erntehelfer dürfen Obst und Saft kostenlos mitnehmen, Reste werden zugunsten eines wohltätigen Zweckes verkauft.

Nun ist die Pyrus calleryana, die in der Rohrbacher Straße steht, nicht die optimale Tafelbirne. Dafür gibt es aber auf der Gemarkung (etwa Birnenallee und Pflaumenallee in der Fasanerie) noch einige weitere öffentliche Obstbaumbestände, die zu ernten wären. Da ist dann sicher für jeden etwas dabei. Das wäre eine sogenannte win-win-Situation, da wirklich alle Beteiligten etwas davon hätten. Die Anwohner müssten nicht mehr durch matschiges Fallobst waten, die Erntehelfer hätten kostenloses frisch gepflücktes Obst, die Stadt hätte weniger Ärger mit den Anwohnern und weniger Reinigungsaufwand und im Sinne von bürgerschaftlichem Engagement und gemeinsamen arbeiten und feiern wäre auch etwas gewonnen. Die GALL wäre bei einer solchen Aktion sofort dabei: in Leimen aktiv eben.

Ralf Frühwirt

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