11.4.2007
s.a.b. Veranstaltung
s.a.b. Veranstaltung am 11.04.07 im Rosensaal oder „Wenn man auf einem toten Pferd sitzt sollte man absteigen, um vorwärts zu kommen“
Ich persönlich habe die sehr interessante Veranstaltung so empfunden:
Zuerst wurde man 30 min vom Geschäftsführer durch einige Allgemeinplätze über Medizin und Gesundheit schläfrig gemacht. Dann gab es - ähnlich wie auf einer Kaffeefahrt - Zuckerbrot und Peitsche. Das Zuckerbrot bestand aus einem weitgehend gut gemachten Bad, das vom Bauleiter plastisch vorgestellt wurde. Der beste Vortrag des Abends! Die Peitsche wurde dann mittels „Wir-Gefühl“ (wir: die s.a.b. und die Leimener) vom Geschäftsführer zum Einsatz gebracht. Wenn wir – die Bürger - das Bad nicht ausreichend nutzen, würde es für Leimen schlimm werden. Was immer das bedeuten mag.
Vor der von allen ersehnten Verkündigung der Preise wurde man noch mal auf „Positives Denken“ eingeschworen. Ich persönlich empfand, wie wohl die meisten Anwesenden auch, die Preise im Vergleich mit den umliegenden Bädern und Saunen als konkurrenzlos teuer. Da die Stadt Leimen ja nur Mieter im Bad ist, was mehrfach vom Geschäftsführer betont wurde, kann von Seiten der Stadt auf die Preispolitik kein Einfluss genommen werden. Leimen kann zur Preissenkung höchstens den Zuschuss von rund 0,5 Mio € pro Jahr an s.a.b. deutlich anheben und zu dessen Finanzierung die Grundsteuer erhöhen. Darin hat man ja Übung.
Dass das Bad keinerlei Solarenergie nutzt, war dann irgendwie die Krönung. Der Bauleiter erklärte, dass die heute angebotenen Photovoltaikanlagen schon nach einem Jahr nur noch 50% der Leistung bringen und damit unrentabel seien!? Nach meinen Recherchen kann das nur als Schutzbehauptung angesehen werden. Die Photovoltaikanlage von Stadtrat Frühwirt hatte im Jahr ihres Einbaus eine Tagesspitzenleistung von 7,9 kWh, am 22.4. dieses Jahres erreichte sie 7,4 kWh. Ebenso hat mir ein Energieberater bestätigt, dass lediglich mit einem Verlust von 20% in 20 Jahren zu rechnen ist. Aber selbst wenn man keine Photovoltaik will, hätte man nicht wenigstens eine Anlage zur Gewinnung von Warmwasser einsetzen können?
Auf meine Frage, warum s.a.b. ein Schwimmbad in Österreich abgegeben hat, bekam ich zu hören, dass dieses gut lief, aber der Euro wohl nur zu schwer zu verdienen war. In Leimen scheint das einfacher zu gehen!? Liegt das Geheimnis im Vertrag, den der Bürger nicht einsehen darf?
Ich wünsche mir, dass dieses Bad brummt, damit Leimen eine Sorge weniger hat. Da ich die vier Grundrechenarten beherrsche, fehlt mir allerdings der Glaube daran.
Ach ja, wenn Sie zur Einweihungsfeier am 1.Juni. kommen wollen, vergessen sie Ihre Geldbörse nicht. So oder ähnlich hat der Geschäftsführer die Veranstaltung beendet.
Gerhard Scheurich