13.4.2006
Einsparungen im Haushalt 2006 - Musikschule
Jedesmal wenn Elternvertreter oder Lehrer der Musikschule in der Fragestunde des Gemeinderates versuchen dem Gemeinderat zu vermitteln wie wichtig der Erhalt der Musikschule für die Kinder ist, dann möchte ich zu ihnen hingehen und ihnen sagen, daß wir ihnen ja zustimmen, daß wir wissen wie positiv sich das Spielen eines Musikinstrumentes oder das Singen auf die Bildung von Intelligenz und Charakter auswirkt.
Ich möchte ihnen sagen, daß es uns schwerfällt die Gelder zu streichen. Ich möchte ihnen aber auch sagen, daß wir die Gelder, mit denen wir die Musikschule bezuschußen, in Zukunft Leuten wegnehmen müßten, die ein geringes Einkommen haben. Bei diesen Leuten heißt es dann nicht mehr "Musikschule: ja oder nein". Bei diesen Leuten heißt es dann "existieren" oder "leben". Ich möchte nicht die Musikschule subventionieren, wenn es zu Folge hat, daß andere Bürger, die seit Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen haben, deshalb ihren Lebensstandard zusätzlich senken müßten.
Und ich könnte es insgesamt nicht verantworten. In den letzten Jahren haben wir mehr Geld, als uns zur Verfügung stand, ausgegeben und jetzt ist die Situation so, daß jeder Euro, den die Musikschule als Unterstützung bekommt, von der Stadt als Kredit aufgenommen werden muß. Für jeden dieser Euro müssen Kreditzinsen bezahlt werden. Jeder Euro dieser Kreditzinsen muß wieder von der Bank als Kredit aufgenommen werden und für diesen Kredit müssen wieder Kreditzinsen bezahlt werden. Die jetzigen Einsparungen bei der VSM decken nicht einmal die jährlichen Zinszahlungen für den Kredit, den die Stadt heuer aufnehmen müssen.
Es geht ganz einfach nicht mehr. Wenn wir den bisherigen Weg fortsetzen, dann könnten wir uns bald gar nichts mehr leisten und müßten ausschließlich nur noch für die Zinszahlungen arbeiten und das würde bitter werden.
Wenn die Zahlungen der Stadt an die Musikschule eingestellt werden, muß dies nicht zur Folge haben, daß es keinen Musikunterricht mehr geben wird. Der Bedarf an Musikunterricht und der Wunsch am Erhalt der Arbeitsplätze ist vorhanden und deshalb muß ein dritter Weg gefunden werden, der über das "entweder Zuschuß durch die Stadt und Erhalt der Musikschule" und "oder kein Zuschuß mit Folge der Schließung der Musikschule und Arbeitslosigkeit der Lehrer" hinausgeht. Ich meine, daß wir über Phantasie und Flexibilität verfügen und uns der veränderten Situation anpassen können und daß wir diesen dritten Weg finden werden.
Ingrid Hörnberg