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27.7.2007

Stadtökologischen Leerpfad besucht

Begrünte Fassade, eine Station des Leerpfades.

Eine kleine Abordnung der GALL informierte sich vor Ort im ostfriesischen Leer über einen der interessantesten stadtökologischen Lehrpfade (der hier Leerpfad heißt) Deutschlands und berichtete in einer der letzten Sitzungen der GALL darüber. Dieses seit 1994 betriebene Projekt im Rahmen der lokalen Agenda sehen wir als in vieler Hinsicht als vorbildlich an, nicht nur was die Ausgestaltung des Pfades, auch was die Herangehensweise und die breite Beteiligung angeht.

Getreu dem Motto „global denken, lokal handeln“ und mit dem Interesse Ideen für eine ökologische Stadt der Zukunft dauerhaft in die Öffentlichkeit zu bringen, haben im Jahre 1994 der Arbeitskreis Stadtmarketing Leer e.V. (ASL), die Stadt Leer und die Volkshochschule (VHS) Leer dieses Projekt ins Leben gerufen. Ein Projekt an dem seither gearbeitet wird und das auch noch lange nicht fertig ist. Aber eben das gehört mit zum Projekt. Es ging nicht darum, möglichst schnell etwas hinzuklotzen, damit man sich auch mit einem Lehrpfad schmücken kann, sondern einen Prozess zu beginnen, der sich weiter entwickelt und auch kein festgelegtes Ende hat. Geschwindigkeit und Umfang des Prozesses hängen von denen ab, die mitmachen, von der Zeit und den Mitteln, die aufgebracht werden können und nicht zuletzt von den neuen Ideen, die eingebracht werden.

Der Leerpfad besteht in Wirklichkeit aus zwei Pfaden. Der sogenannte „Innere Ring“ sticht dem Besucher der Stadt, die mit ihren 34 000 Einwohnern nicht viel größer als Leimen ist, als erstes ins Auge. Auf einem ca. 3 km langen Rundweg, der durch Edelstahl-"Teller" mit Richtungspfeilen (den sog. LEER-Pfad-Pfeilen) im Straßenpflaster auf den Fußwegen gekennzeichnet ist, kann man derzeit 10 Stationen und eine mobile Station besichtigen. Der Rundgang führt durch die historische Altstadt von Leer, durch die Innenstadt und an der Hafenpromenade entlang. Wenn man alle Stationen besichtigen will muss man sich etwa 3 Stunden Zeit nehmen. Jede Station enthält eine farbige, liebevoll gestaltete Hinweistafel mit dem jeweiligen stadtökologischen Thema und ausführlichen Informationen zur dargestellten Thematik. Daneben gibt es einen "wertvollen" Tipp, denn der Pfad soll nicht nur zum staunen und begreifen anregen, sondern auch zum nachahmen.

Und wo es einen „inneren Ring“ gibt, da gibt es auch einen „äußeren Ring“. Der verläuft in Leer über einen ca. 30 km langen Rundweg und bietet vor allem den Fahrradfahrern eine reizvolle und erlebnisreiche Tour rund um die Stadt.
Ein Faltblatt, das Anfang 2004 erschien, ermöglicht es Freizeitradlern und Radtouristen, die Stadt und ihr Umland aus einer völlig neuen Perspektive zu entdecken. Nach und nach sollen im Verlauf des Äußeren Ringes bis zu 30 Stationen entstehen. Die ersten 6 Stationen des Äußeren Ringes wurden im Mai 2003 offiziell eröffnet und befinden sich im Naherholungsgebiet Westerhammrich. Die Stationen behandeln - wie die Stationen des Inneren Ringes auch - jeweils ein stadtökologisches Thema (z.B. Wasservögel, Steuostwiese, Insektenhotel) und sind mit Emailleschildern versehen, die Erläuterungen und Tipps geben.

Die Idee eines solchen Lehrpfades sehen wir als durchaus nachahmenswert an, zumal damit gleich mehrere Ziele erreicht werden können. Das Stadtbild selbst wird durch die einzelnen Stationen aufgewertet und für Einheimische, wie für Fremde interessanter. Den Menschen werden ökologische Zusammenhänge aufgezeigt und Ideen vermittelt, diese auch im privaten Bereich umzusetzen. Die Stadtökologie verbessert sich, durch Vorbilder und Nachahmer. Durch ein langfristiges gemeinsames Zusammenarbeiten für die Stadt, steigt die Identifikation, mit der Heimatgemeinde.

Nach dem Bericht über die Erfahrungen in Leer, entspann sich eine rege Diskussion über die Möglichkeiten, einen entsprechenden Pfad auch in Leimen zu installieren. Das Problem dabei, so waren wir uns schnell einig, wären wohl nicht die guten Ideen, einen solchen Pfad auszugestalten, sondern zunächst genug interessierte Menschen und Organisationen an einen Tisch zu bekommen, um das Projekt anzuschieben. Hier bedarf es sicher noch einiger Vorbereitungen, ehe dies in Leimen angegangen werden kann. Bei Interesse gibt es Infos bei Ralf Frühwirt (Tel. 80434).

Ralf Frühwirt

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