23.11.2007
Was war mit dem Heiligenschein?
Diese Frage haben sich wohl viele LeserInnen der RaRu gestellt, als sie in der vorletzten Woche meinen Beitrag gelesen haben. Der war überschrieben mit: Wo bleibt der Heiligenschein? Später im Text tauchte der Heiligenschein weder auf, noch wurde irgendwie Bezug darauf genommen, sodass sich der aufmerksame Leser fragen musste, was denn diese seltsame Überschrift über diesem Text sollte.
Schließlich handelte er nicht von religiösen Vorstellungen oder Personen, die sich heiligmäßig verhalten haben, sondern ganz prosaisch von Befangenheit, der Veröffentlichungspraxis in der RaRu und den Stellungnahmen der Verwaltung. Die Lösung dieses Rätsels ist recht banal und fügt sich nahtlos in die in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten kritisierte Praxis, Kritik zu unterdrücken. Dieses Mal war eine neue Variante zu bestaunen. Es wurde einfach das letzte Drittel meines Textes weggelassen, ohne Hinweis darauf, dass etwas fehlt und natürlich ohne, dass die GALL darüber informiert worden wäre. Dass der Autor nach einer derartigen Verstümmelung seines Textes unter Umständen in den Augen der Leser dumm da steht, nahm man offensichtlich billigend in Kauf, wenn dieser Effekt nicht sogar beabsichtigt war.
Was sicher beabsichtigt war, war den kritischsten Teil des Artikels der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Und dies obwohl man den verbliebenen Rest wiederum mit einem Kommentar bedacht hat. Da fragt man sich doch, warum der Artikel nicht komplett veröffentlicht wurde obwohl der Rest auch noch kommentiert wurde. Hatte man da keine Argumente mehr oder traut man den LeserInnen nicht zu, sich selbst ein Urteil bilden zu können? Wir jedenfalls haben keine Scheu, uns dem kritischen Urteil der LeimenerInnen zu stellen und haben deshalb den kompletten Text auf der GALL-homepage veröffentlicht (www.gall-leimen.de).
Zum zweiten Mal handelt die Anmerkung der Verwaltung von Sauberkeit und dem bösen Schein. Einen Text ohne Rücksprache mit dem Autor und ohne Hinweise für die LeserInnen derart zu kürzen entspricht nicht der journalistischen Sauberkeit, die man auch in einem Amtsblatt erwarten kann und sie trägt den bösen Schein des Machtmissbrauchs in sich.
Hier noch einmal zur Erinnerung der zensierte Teil des Artikels.
Ralf Frühwirt