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1.9.2006

Biomüll-Problem des Kreises ist 100 % hausgemacht

Stellungnahme der GALL zur AVR Mitteilung in der RaRu Nr. 33 vom 18.8., S.11

Es gibt kein Problem im Kreis, das so hausgemacht ist wie das mit den drastisch gesunkenen Biomüllmengen, erläuterte Kreisrat Frühwirt interessierten Zuhörern bei einer Diskussion über die  derzeit verbreitete Mitteilung der kreiseigenen Abfallverwertungsgesellschaft(AVR). Nach deren Meldungen ist die Biomüllmenge im Kreis in 5 Jahren seit 2000 um knapp 80 % gesunken. Der Einbruch bei der Biomüll-Sammlung, so Frühwirt, begann mit der Aufhebung der Getrenntsammlung organischer Abfälle in der sog. "Mekam"-Tonne, bzw. mittels getrennter Biomülltonne zum Jahreswechsel 2003/2004. Der Kreistag hatte zuvor mehrheitlich "ohne Not" die getrennte Sammlungspflicht aufgehoben. "Hintergrund war damals die Absicht der Kreis-und AVR-Spitze, die chronisch nicht ausgelastete Müllverbrennungsanlage in Mannheim mit Restmüll aufzufüllen". Die Umstellung sei damals in einer Weise vollzogen worden, dass die große Mehrheit der Bürger gar nicht reagieren konnte. Nach einer kurzfristigen Ankündigung in die Weihnachtszeit hinein wurde die "Mekam-Tonne"wenige Tage später zum Jahresende abgeschafft. Für die Masse der Bürger in Mietverhältnissen war es schon aus Platzgründen gar nicht möglich, nun eine zusätzliche Biotonne anzufordern. Das sei auch von den Verantwortlichen auch ausdrücklich nicht gewollt gewesen. Zuvor, so Frühwirt, hätten sie nämlich geradezu kampagnenmäßig den Biomüll buchstäblich "madig gemacht", anstatt den Bürgern gerade in heißen Sommerwochen mit fachkundigen Tipps zur richtigen Beladung der Biotonne zur Seite zu stehen.

Nun stelle sich die Situation schlagartig anders dar. Die Biomüllmengen sind derart gesunken, dass bei Kreis & AVR mehr Restmüllmengen mit immer höheren Biomüllanteilen anfallen, als man vertraglich gesicherte Verbrennungskapazitäten habe. Durch die seit 1.7.2005 bestehende Pflicht zur Vorbehandlung aller Abfälle vor einer Deponierung seien die Verbrennungs- und Rotteanlagen alle ausgelastet.Die "Abschaffung der Biomüll-Getrenntsammlung auf kaltem Wege" erweise sich jetzt als Bumerang. An manchen Stellen im Kreis werde bereits von einem "neuen Müllnotstand" gesprochen, der zu Reaktionen zwinge. Für die GALL ist dabei klar : "Der richtige Weg geht nicht in Richtung mehr Müllverbrennung sondern zur Rückkehr zu einer geordneten Sammlung und Kompostierung von Bioabfällen". Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit habe die Stadt Heidelberg dafür eine ausreichend dimensionierte Kompostierungsanlage zur Verfügung gestellt.

Ralf Frühwirt

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