24.5.2007
Vom alten Sportplatz zur Vorzeigesiedlung
Seit einiger Zeit wird im Gemeinderat über die künftige Verwendung des alten Sportplatzes debattiert. Dieser liegt inmitten von Wohnbebauung und deshalb wurde natürlich auch die Variante diskutiert, den Platz zu Wohnbebauung zu machen, zumal seit dem Umbau des Freibades dort Ausweichgelände für den Trainingsplatz vorhanden ist.
Vor kurzem kam durch einen Vorschlag aus den Reihen der Verwaltung wieder kurzzeitig Bewegung in die Planungen, die dann allerdings schnell wieder in der Schublade verschwanden. Die GALL ist aber sehr daran interessiert, dass diese weiter geführt werden, zumal sie ökologische Ansätze beinhalteten. Daher haben wir Mitte April folgenden Antrag gestellt:
Die Bebauung des Geländes des alten Sportplatzes in Leimen wird auf Grundlage der im Verwaltungsausschuss vorgestellten Pläne betrieben. Hierzu soll als nächster Schritt ein Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. Dabei sollten beispielsweise Kriterien wie Barrierefreiheit, Energieoptimierung, Brauchwasseroptimierung und modifizierbare Grundrisse einbezogen werden, um so die Voraussetzungen für lebenslanges bzw. generationenübergreifendes Wohnen unter den gebotenen ökologischen Aspekten zu schaffen.
Für die Finanzierung des Wettbewerbs könnte bei ansässigen Firmen der Baubranche (z.B. Heidelzement) um Unterstützung geworben werden.
Zur Begründung des Antrags waren uns drei Aspekte wichtig.
Bei einer Bebauung würden dem städtischen Haushalt erhebliche Mittel zufließen, die dazu verwendet werden können weitere kommunale Liegenschaften thermisch zu sanieren und damit sowohl den CO²-Ausstoß der Stadt zu verringern, als auch die Energiekosten zu senken. Hier hat Leimen einen erheblichen Nachholbedarf. Viele Gebäude der Stadt sind in einem erbarmungswürdigen Zustand und die reinsten Energiefresser. Als Vorbild für die eigenen Bürger taugt die Kommune bisher also nicht.
Die Stadt hätte damit ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das auch über die Stadtgrenzen hinaus für positive Schlagzeilen sorgen würde. Sie würde ein Zeichen setzen, dafür, dass Leimen eine zukunftsfähige, nachhaltig denkende Kommune ist. Bei Ansiedlungsentscheidungen sowohl von Privatleuten, als auch von Firmen nehmen solche sogenannten „weichen Standortfaktoren“ einen immer breiteren Raum ein. Städte, die dies bei ihren Entscheidungen nicht berücksichtigen, werden an Attraktivität verlieren, unabhängig davon, wie hoch oder niedrig Gewerbesteuer oder Grundsteuer angesetzt werden.
Durch die Neuanlage eines Ersatzplatzes auf der Vorhaltefläche im hinteren Teil der ehemaligen Liegewiese hätte der VfB Leimen erheblich bessere Trainingsmöglichkeiten, da der gegenwärtige Platz sanierungsbedürftig ist. Nach jedem ergiebigeren Regenfall kann der interessierte Beobachter sehen, wie sich auf dem gegenwärtigen Platz enorme Pfützen bilden, die Dank der maroden Drainage nur sehr zögerlich wieder abfließen.
Interessant fanden wir, gerade im Hinblick auf den letzten Aspekt eine Wortmeldung zweier angeblicher Vereinsmeier und Ur-Leimener namens Seppl und Franz in der Osterausgabe von Leimen Aktiv, die Dank der freundlichen Übersetzung von Stadtrat Rückemann - zumindest sprachlich verständlich - ihr Missfallen äußerten. Da wurde fleißig drauf los spekuliert, mit welchen Einschränkungen der VfB bei einer künftigen Bebauung rechnen müsste, obwohl auch heute schon die bestehende Bebauung bis fast an das Stadiontor heranreicht. Der Wink Richtung Verein war nicht zu übersehen aber ob es tatsächlich in dessen Interesse ist, den maroden Platz beizubehalten, erscheint uns höchst fraglich.
Im Interesse der Stadt ist es keinesfalls.
Ralf Frühwirt