19.5.2006
Protokollzusatz der Ortsbeiratssitzung vom 9.11.2005
Am 9. November 2005 hatten wir im Ortsbeirat unsere 2. Jahressitzung. In den Vorlagen wurde über die Schulsituation in den verschiedenen Ortsteilen berichtet und ich schrieb einen Kommentar dazu, der in das Protokoll sollte. Im Protokoll stand dann zwar, daß ich einen Kommentar zum Thema übergeben hätte, aber der Text fehlte, und die Verwaltung möchte auch absolut nicht, daß dieser Text in das Protokoll kommt. Warum weiß ich nicht. Ich verstehe die Argumentation der Stadt ganz einfach nicht. Es hat deswegen auch schon Ärger gegeben, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Darüber könnte man fast schon wieder einen eigenen Kommentar schreiben.
Hier ist jedenfalls der Kommentar so wie ich ihn geschrieben und der Verwaltung übergeben hatte:
Für das Protokoll:
2. Ortsbeiratsitzung des Ortsbeirates St.Ilgen, 9.11.2005
Tagesordnungspunkt 4, 2. Grund- und Hauptschule Leimen
In der Vorlage wird über die Schulsituation in der Grund- und Hauptschule Leimen berichtet, obwohl dieses Thema nicht in den Bereich des Ortsbeirates St.Ilgen fällt. Dies wird als eine Aufforderung sich dazu zu äußern aufgefaßt, bzw. daß ein sich-nicht-dazu-Äußern als eine Billigung der gegenwärtigen Situation verstanden werden wird.
Die Grundschule ist in eine Stammschule und eine Außenstelle
gegliedert, die auch Außenstelle bleibt, wenn die
betreffenden Kinder in der Stammschule unterrichtet werden, wo sie,
wiederum räumlich ausgegliedert, in einem Pavillon auf dem
Schulgelände untergebracht sind.
Es wird zum Ausdruck gebracht, daß die Grundschulkinder der
Stammschule mehrheitlich Deutsch als Muttersprache haben,
während die Grundschulkinder der Außenstelle im
Prinzip Deutsch als 1. Fremdsprache sprechen. Durch Kenntnis der
Örtlichkeiten kann man auch annehmen, daß, die
Eltern der Stammschulkinder im allgemeinen einer sozial
höheren Schicht angehören, als die Eltern der
Außenstellenkinder.
Als Außenstehender hat man den Eindruck, daß man die Stammschulkinder nicht zusammen mit unterprivilegierten Kindern unterrichten will und daß dies vertuscht werden soll. Bei der jetzigen Lösung haben die Außenstellenkinder schlechte Bildungs-, und damit Berufschancen. Bei einer Mischung der Kinder hätten die Stammschulkinder einen schulischen Nachteil.
Es ist zu befürchten daß bereits der folgende Prozeß eingeleitet ist:
die Eltern der deutschsprachigen Kinder der Außenstelle
versuchen durch Vorwände ihre Kinder in der Stammschule
unterzubringen, der Schulbezirk der Außenstelle
fällt sozial langsam ab, die Kosten für
Jugendsozialarbeiter steigen, in 10 Jahren nimmt im Schulbezirk der
Außenstelle der Bedarf an Zahlungen, die der
früheren Sozialhilfe vergleichbar sind, zu.
Es wäre vielleicht nicht unvernünftig folgende Variante zu prüfen: die Trennung in Stammschule und Außenstelle wird aufgehoben, Klasse 1 bis 3 kommen in die Stammschule und werden so gemischt, daß die beiden sprachlichen Gruppen ausgewogen in den Klassen verteilt sind. Die 4. Klassen kommen in die Realschule. Man kann natürlich auch alle 1. Klassen in der Realschule unterbringen.
Auch St.Ilgen, wird die Folgen der jeweiligen Entscheidung, Trennung oder Mischung der Leimener Schulkinder, zu tragen haben.
Die Unterzeichnerin bittet diese Zeilen in das Protokoll aufzunehmen.
St.Ilgen, 9.11.2005, Ingrid Hörnberg
Ingrid Hörnberg