Vereine / Jugend

Lebendiges Leimen (?)

von Ralf Frühwirt, April 2014

Die Lebensqualität einer Gemeinde bemisst sich nicht nur in Infrastruktur oder Investitionen in Asphalt und Beton, sondern vor allem auch in den sogenannten weichen Standortfaktoren. Zu diesen gehört auch die Lebendigkeit einer Kommune. Also die Frage, wie es um das Vereinsleben, Jugendarbeit oder die lokale Agenda bestellt ist.

Vereine

Leimen war lange Zeit stolz auf sein lebendiges Vereinsleben und die Stadt hat mit einem üppigen Zuschussprogramm viel dazu getan, dass es den Vereinen gut ging. Aber heute sieht es so aus, als habe sich die Stadt zu lange auf diesen Lorbeeren ausgeruht.

Wir müssen mittlerweile zur Kenntnis nehmen, dass die Veränderungen in unserer Gesellschaft auch an unseren Vereinen nicht spurlos vorüber gehen. Viele kämpfen mit Mitgliederschwund aufgrund mangelnden Nachwuchses, mit Überalterung. Die Beteiligung an Vereinsaktivitäten geht vielfach zurück, weil die Menschen heute mehr in ihre Berufe eingebunden sind als früher und gleichzeitig das Freizeitangebot gewachsen ist. Gerade junge Menschen engagieren sich nicht mehr langfristig in Vereinen, weil Ausbildung und Studium kaum mehr Raum dazu lassen.

Wir haben in den letzten Jahren in Leimen erlebt, dass Vereine sich aufgelöst haben, weil es nicht gelang, einen Vorstand zu benennen und wir fürchten, dass diese Entwicklung weiter gehen wird. Gut ist diese Entwicklung nicht, und wir sind der Meinung, dass Verwaltung und Politik hier den Vereinen Hilfestellung geben sollten, Lösungen zu finden, den Trend aufzuhalten, damit wir auch in Zukunft ein reichhaltiges sportliches, kulturelles und soziales Angebot für unsere Bürger bieten können.

Jugendarbeit

Unsere BASKETs in Leimen und St. Ilgen arbeiten schon viele Jahre unter der Ägide des Friedrichstifts sehr erfolgreich. So schwierig und langwierig es war, diese Art der Jugendarbeit in Leimen zu installieren, so sinnvoll und nicht wieder wegzudenken ist sie heute.

Allerdings müssen wir uns heute fragen, wie Jugendarbeit in Zukunft organisiert werden muss und ob wir dafür gut gerüstet sind. So wurde bereits vor einiger Zeit vom Friedrichstift die Idee geäußert, den St. Ilgener BASKET von der Fasanerie an die Geschwister Scholl Schule zu verlagern, da ihre Jugendlichen ohnehin dort zur Schule gehen und daher die Anbindung Sinn machen würde. im Hinblick auf ein Ganztagesangebot, das früher oder später kommen wird, scheint dies absolut sinnvoll.

Gerade an einer Ganztagesschule mit einem vielfältigen Nachmittagsangebot kann eine Vernetzung von Schule, Vereinen und offener Jugendarbeit statt­finden, wie wir sie in Zukunft benötigen, um auch wirklich jeden Jugendlichen mitzunehmen.