Soziale Perspektiven

Gelebte Solidarität, Werthaltung und Integration

von Maja Leiner, April 2014

Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen – sobald Menschen zueinander in Beziehung treten, entsteht „Sozialkapital“. Neben dem guten Gefühl in eine Gemeinschaft eingebettet zu sein, bringen soziale Beziehungen auch praktische Vorteile: Für den Einzelnen, durch persönliche Unterstützung oder Fürsprache. Für die Gesellschaft, wenn Pflegevereine, Hilfsdienste, Kulturinitiativen oder Vereine mit einem Heer an ehrenamtlichen Mitarbeitern Aufgaben der öffentlichen Hand mittragen.

Sozialkapital ist eine Ressource. Wirtschaftlich folgt es den gleichen Prinzipien wie andere Güter auch: Wer viel Sozialkapital hat, kann dieses nutzen. Wer keines hat, muss finanzieren. Heißt: Wer es schafft, sein Sozialkapital zu erschließen, indem er viele kompetente Freiwillige motiviert, der spart und kann an anderer Stelle unterstützend investieren. Der gesellschaftliche Wert von Sozialkapital ist weltweit anerkannt. Ebenso, dass Sozialkapital die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt begünstigt. Staatstheoretiker aller Nationen bestätigen, dass unsere Demokratie im Kern vom aktiven Engagement der Bürger abhängt. Gründe genug, um sich intensiv um diese soziale Wertschöpfung zu bemühen.

Deswegen fordern wir eine konsequente Unterstützung sozial engagierter Bürger, die mit ihrem Einsatz unserem Gemeinwohl dienen. Wir sind für die Einführung einer Sozialberichterstattung, weil Notlagen dadurch besser erkannt und Hilfe gezielter geleistet werden kann.

In Leimen fehlt außerdem ein Konzept für eine ausgewogene Stadtentwicklung. Unter den aktuellen Mehrheitsverhältnissen des Gemeinderats werden zwar fleißig Wohngebiete geschaffen, jedoch ohne Rücksicht auf strukturelle Zusammenhänge. Doch einfach nur Bauen und Nachverdichten, das hat noch herzlich wenig mit nachhaltiger Stadt­entwicklung zu tun! Ohne Blick auf die sozial-ökologische Infrastruktur werden hier fahrlässig Probleme in Kauf genommen, die auf die kommenden Generationen zurückfallen werden. Wir wollen stattdessen Baugebiete differenziert ausweisen, um bedarfs­orientierte Angebote sicherzustellen. Und zwar unter Berücksichtigung der Einzelbedürfnisse und eines intakten Gesamtumfeldes.

Die Sicherung gesellschaftlicher Teilhabe ist ein weiteres Kernthema unserer Sozialpolitik. Heidelberg hat seit Januar 2014 ein „So­zial­ticket“. Sozial benachteiligten Menschen soll damit der Zugang zum Gemeinleben in einem Mindestmaß erhalten bleiben. Wir fordern ein vergleichbares Ticket auch für Leimen. Ebenso fordern wir die volle Unterstützung der Leimener Tafel, denn immer mehr Menschen, insbesondere Rentner, sind auf diese Lebensmittel angewiesen.