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Nordostumgehung: Radfahrer und Busnutzer vergessen

Am 5. September wurde die Nordostumgehung Leimen für den Autoverkehr freigegeben. Das hat vor allem Vorteile für die Autofahrer aus dem kleinen Odenwald und dem Kraichgau, die eine schnellere Anbindung an die Rheinebene mit ihren Autobahnen hat. Der Verkehr auf der L600 durch Lingental, Gaiberg und Bammental wird vermutlich stark zunehmen. Auch in Gauangelloch ist ein stärkeres Verkehrsaufkommen zu erwarten.

Doch was bringt die neue Straße für diejenigen, die nicht mit dem Auto fahren?

Für den Radverkehr zwischen Heidelberg und Leimen verschlechtert sich die Situation durch diese Baumaßnahme massiv. Die GALL fordert schon lange, dass auf der alten B3 am nördlichen Ortsausgang von Leimen ein Überquerungshilfe (Verkehrsinsel) für Fußgänger und Radfahrer eingerichtet wird. Viele Radfahrer benutzen den Weg durch die Weinberg nach Rohrbach. Wenn man auf diesem Weg aus Richtung Heidelberg nach Leimen hineinkommt, kann man entweder auf den Straßenbahnschienen entgegen der Fahrtrichtung der Autos bis zur Ampel fahren oder dazu den Fußweg benutzen. Oder man verhält sich korrekt und überquert die alte B3, um dann den Radweg auf der Westseite vor dem Zementwerk zu benutzen. Im Bereich des Zementwerks gibt es zwei Fahrspuren, eine Richtung Leimen und eine Richtung Heidelberg. Gerade im Bereich, wo die Radfahrer die alte B3 überqueren müssen, war bisher der Übergang von einer zu zwei Fahrspuren in Richtung Heidelberg. Wir hatten der Stadtverwaltung vorgeschlagen, diesen Übergang weiter Richtung Heidelberg zu verlegen und dort eine Übergangshilfe einzurichten. Damals hatte man uns gesagt, dass vor dem Umbau für die Kreuzung alte B3 / neue L600 keine Übergangshilfe eingerichtet werden könne. Durch die Umbaumaßnahmen verbesserte sich die Situation für die Radfahrer erheblich, da jetzt eine Spur Richtung Heidelberg gesperrt war. Jetzt ist die Situation hingegen katastrophal. Es sind fünf (!!!) Fahrspuren zu überqueren, vier Richtung Heidelberg bzw. Lingental und eine Richtung Leimen. Die Einmündung ist durch Betonblöcke gesperrt worden, so dass Autos nicht an dieser gefährlichen Stelle vom Feldweg auf die alte B3 Fahren können. Für Radfahrer hat man eine kleine Lücke freigehalten. Sie haben dann die Auswahl zwischen Fußweg, Straßenbahnschienen und der gefährlichen Überquerung von fünf Fahrspuren.

Um die Situation zu entschärfen, könnte die von uns schon lange geforderte Überquerungshilfe gebaut werden. Dazu müsste man nur die Aufweitung von einer auf vier Fahrspuren Richtung Heidelberg etwas nach Norden verschieben. Da genau an dieser Stelle die Gemarkungsgrenze verläuft, muss die Stadt Heidelberg auch in die Planung mit einbezogen werden.

Übrigens sind die Radfahrer bei der Planung zur vorübergehenden Sperrung der Heltenstraße auch vergessen worden. Niemand der Verantwortlichen hatte daran gedacht, dass die Radfahrer die alte Straße ab dem 5. September nicht mehr benutzen können und die neue nicht benutzen durften. Jetzt ist die neue Straße für Radfahrer (vorläufig) freigegeben.

Die Busline 757 ist von der vorübergehenden Sperrung der Heltenstraße auch betroffen. Der Bus hält vorübergehend nicht an den Haltestellen Rathausstraße und Gossenbrunnen. Fahrgäste dieser Linie, die von der Haltestelle Leimen Rathaus nach Gauangelloch fahren wollten, fanden am 6. September ein Schild vor, auf dem stand, dass die Haltestelle vorübergehend nicht angefahren wird, die nächste Haltestelle sei die Haltestelle Eternit. Ich habe daraufhin bei Herrn Stamm von der Stadtverwaltung und bei Herrn Sommer vom BRN angerufen. Meiner Bitte, dort einen vorübergehenden Fahrplan für die Zeit der Sperrung der Heltenstraße aufzuhängen ist man nicht nachgekommen. Es wurde jedoch ein Schild aufgehängt, dass man vom Kurpfalzzentrum mit der Straßenbahn zur Haltestelle Zementwerk fahren kann und von dort zu Fuß die Haltestelle Eternit erreicht. Ich habe mir die Mühe gemacht und einen provisorischen Fahrplan für die Haltestelle Rathausstraße erstellt und möchte ihn hiermit in der Rathaus Rundschau veröffentlichen.

Montag bis Freitag

Kurpfalzentrum ab

Zementwerk an

Eternit ab

Gauangelloch an

6.28

6.32

6.41

7.04

8.08

8.12

8.21

8.44

9.08

9.12

9.21

9.44

10.28

10.32

10.46

11.09

12.28

12.32

12.46

13.09

13.28

13.32

13.39

14.02

13.28

13.32

13.46

14.09

15.58

16.02

16.16

16.39

17.08

17.12

17.21

17.44

17.58

18.02

18.16

18.39

18.58

19.02

19.16

19.39

Samstag

Kurpfalzentrum ab

Zementwerk an

Eternit ab

Gauangelloch an

8.28

8.32

8.46

9.09

11.28

11.32

11.46

12.09

12.28

12.32

12.46

13.09

13.28

13.32

13.46

14.09

14.28

14.32

14.46

15.09

16.28

16.32

16.46

17.09

Sonntag

Kurpfalzentrum ab

Zementwerk an

Eternit ab

Gauangelloch an

13.58

14.02

14.16

14.39

17.58

18.02

18.16

18.39

Um von der Haltestelle Zementwerk zur Haltestelle Eternit zu laufen. braucht man dreieinhalb Minuten. Da die Ampel am Zementwerk von der haltenden Straßenbahn blockiert wird, muss man eine halbe Minute warten, bis die Straßenbahn die Ampel frei gibt. Dann muss man bis zu zwei Minuten warten, bis die Ampel grün wird. Ich habe deshalb in obigem Fahrplan Umsteigzeiten von mindestens sieben Minuten eingerechnet.

Herr Sommer hatte mir auch zugesagt, dass der Online-Fahrplan des VRN an die Sperrung angepasst wird. Das ist bis jetzt ncoh nicht geschehen. Für die Strecke Leimen.Gauangelloch wird immer noch der Fahrplan ohne die Sperrung ausgegeben. Beim Onlinefahrplan der Deutschen Bahn wurde die Linie komplett herausgenommen, also auch die Verbindung Eternit-Gauangelloch.

Leider muss ich zu der Erkenntnis kommen, dass bei Planungen die Belange der Nichtautofahrer oft vernachlässigt werden. Es wäre schön, wenn sich das in Zukunft ändert.

Siegward Jäkel