Kommt foodsharing auch nach Leimen?

Eine kleine Initiative für ein großes Problem

Jährlich werden in Deutschland alleine von Privathaushalten genießbare Speisen im Wert von rund 22 Mrd. Euro weggeworfen, pro Person sind das ca 82 kg. Auch Supermärkte, Lebensmittelfabriken und Gastronomie werfen jährlich mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel weg.

Bis zu zwei Drittel dieses Abfalls sind vermeidbar, es geht nur darum Wege zu finden, sie besser zu verteilen. Foodsharing gibt Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Dabei bietet das Internet und soziale Netzwerke heute eine hervorragende Möglichkeit, Anbieter und Nachfrager schnell zusammen zu bringen. Auf der Webseite www.foodsharing.de können Lebensmittel angeboten werden oder man kann bei Bedarf nachschauen, was es in der eigenen Umgebung gibt.

Bei www.lebensmittelretten.de geht man noch einen Schritt weiter. Hier tun sich aktive Lebensmittelretter zusammen, um größere Mengen an Lebensmitteln von Produzenten abzuholen und sie an festen Plätzen sogenannten fairteilern (meist auf privaten Grundstücken) zu verteilen. In Heidelberg gibt es bereits eine aktive Gruppe mit zwei Verteilstationen. Eine davon in Kirchheim hat Ralf Frühwirt besucht, um sich selbst ein Bild zu machen. Die Botschafterin für die Region Heidelberg Nicoletta Hilger erläuterte das Konzept, bei dem ca zehn ehrenamtlich Aktive bereits 800 „Kunden“ betreuen, wobei deutlich gemacht wurde, dass kein Geld fließt und alle Lebensmittel kostenlos weiter gegeben werden.

Petra Goerke aus Leimen hat uns auf diese Initiative aufmerksam gemacht, sie ist schon jetzt dabei und würde gerne auch in Leimen einen fairteiler etablieren. Voraussetzung dafür ist ein geeigneter Platz in Leimen oder St. Ilgen, wo man ein Regal und ggf. auch einen Kühlschrank aufstellen kann. Der Platz sollte zugänglich sein, aber geschützt stehen, also etwa ein Hof mit Hoftor. Mehr braucht es nicht, außer der Bereitschaft sich damit ein wenig daran zu beteiligen, Lebensmittelverschwendung zu verringern. Petra Goerke würde den fairteiler pflegen.

Wer einen geeigneten Platz oder Lust zum mitmachen hat, sollte sich bei ihr melden unter 06224-828020.

Foodsharing ist einstweilen noch eine kleine Initiative für ein großes Problem. Es wäre gut, wenn wir – auch hier in Leimen – dafür sorgen, dass die Bewegung schnell wächst und von den über 2,2 Millionen Kilo, die hochgerechnet hier in Leimen jährlich weggeworfen werden, möglichst viel gerettet werden kann.

Autor: Ralf Frühwirt

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