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Kleine Wahlnachlese aus GALLiger Sicht

Auch wenn die letzten Kommunalwahlen nun schon eine Weile her sind, wollen wir das Ergebnis des letzten Herbstes nicht unkommentiert lassen, zumal sich doch größere Veränderungen im Gemeinderat (GR) ergeben haben.

Die GALL war die eindeutige Gewinnerin dieser Wahl (+3,4%). Wir konnten den Verlust aus der letzten Wahl wieder ausgleichen, unser verlorenes Mandat zurückholen und, wenn auch knapp, das beste Prozentergebnis unserer bisherigen politischen Existenz einfahren (15,5%). Und das, obwohl uns vier Jahre vorher unser kommunalpolitischer Widerpart Herbert Ehrbar abhanden gekommen ist. Viele dachten, dieser herbe Verlust werde auch die GALL treffen, fehle ihr doch die Reibungsfläche, an der sie sich profilieren kann. Dass die GALL genug eigenes Profil hat, um darauf nicht angewiesen zu sein, hat sich nun in dieser ersten Nach-Ehrbar-Wahl gezeigt, zumal auch die immer noch nicht abgeschlossene juristische Aufarbeitung der Ehrbar-Ära gezeigt hat, wie recht wir mit unserer Skepsis gegenüber seinem Handeln und der Willfährigkeit der damaligen Gemeinderatsmehrheit hatten.

Doch zurück zum Ergebnis 2004. Jenseits des Abschneidens der GALL sind die Prozentverschiebungen nicht leicht zu erklären, da der Abschied der SDW (fünf Jahre zu spät) die Ergebnisse natürlich verzerrt und Raum für Spekulationen lässt. Angesichts der Wählerstruktur der SDW gehen wir davon aus, dass weder die GALL, noch die FDP, die sich auf hohem Niveau (7,9%) stabilisiert hat, groß von deren Abgang profitieren konnten. Ein Teil der ehemaligen SDW-Wähler dürften wohl in die offenen Arme der SPD zurück gegangen sein, was es dieser ermöglichte, ihr Ergebnis ein wenig zu verbessern (auf 22,8%). Auch die FWV könnte durchaus profitiert und sich damit ihren vierten Sitz (mit 13,7%) verdient haben. Hauptnutznießer aber war sicherlich die CDU, die als Einzige der noch im GR vertretenen Parteien Prozente verloren hat (-2,6% auf 40,1%). Schließlich hatte sich die SDW-Fraktion mehrheitlich (Ausnahme J. Kohr) so stark an die CDU angelehnt, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr zu unterscheiden war. Bei fast allen strittigen Entscheidungen der letzten Wahlperiode konnte sich die CDU auf Stern und Weber verlassen, so dass sie jetzt faktisch über vier Stimmen weniger verfügt, als in der vergangenen Wahlperiode. Damit ist diese Mehrheit im GR dahin, und man muss nun wieder eher auf andere zugehen. Da passt es ganz gut, dass in der neuen Fraktion die Zahl der moderaten Räte zugenommen hat, während eine ideologische Scharfmacherin wie Frau Steinle zu Recht vom Wähler abgestraft wurde.

Damit lässt uns die neue Zusammensetzung des Gemeinderates zumindest die Hoffnung darauf, dass die aktuelle Wahlperiode konstruktivere Politik bringt als die vergangene.

Irritationen in Gauangelloch

Im kleinsten Ortsteil hat die GALL das beste Ergebnis erzielt. Das lag sicherlich auch an der aktiven Art, in der sich unsere damalige Ortsbeirätin Konstanze Hügel in die Ortspolitik einbrachte (beispielsweise die Aktion „Sifuk“). Konsequenterweise wurde sie für ihr Engagement dann auch von den Gauangellochern mit vielen Stimmen belohnt, was für einen Sitz im Gemeinderat gereicht hätte. Aber leider nur hätte, denn zwischen der Aufstellung der Gemeinderatsliste und der Wahl hatte sich im Hause Hügel die Lebenssituation verändert. Die zehn Jahre dauernde Suche nach einem neuen Domizil hatte Erfolg, leider nicht in Leimen.

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, sowohl für die GALL, als auch für Konstanze Hügel selbst, denn wir hätten sie gerne im GR an unserer Seite gehabt und sie hätte das Ehrenamt gerne angetreten.

Die Situation, die der Umzug der Familie Hügel nach Nussloch geschaffen hat, hat natürlich in der Gauangellocher Bevölkerung zu Spekulationen geführt.

Hat die GALL schon bei Aufstellung der Liste gewusst, dass Frau Hügel umziehen würde? Nein, auch uns traf die Nachricht überraschend und zu einem Zeitpunkt, als an der Liste nichts mehr zu ändern war. Und sicher kann niemand der GALL vorwerfen, jemals aus dubiosen Tricks politisches Kapital geschlagen zu haben.

Die Frage, die man berechtigterweise stellen kann, ist, ob man jemand aufstellen darf, von der man weiß, dass sie umziehen will. Wie schon gesagt, existierten diese Pläne schon seit vielen Jahren, was Konstanze Hügel in all der Zeit nicht daran hinderte, sich für ihren Wohnort einzusetzen – mehr als viele andere. Vor diesem Hintergrund, mit der nur vagen Aussicht auf einen Umzug irgendwann, schien uns das Risiko nicht zu groß und ein Platz auf der GALL-Liste ihrem Engagement durchaus angemessen.

Nun ist es anders gekommen und jeder, der Konstanze Hügel und die GALL kennt, weiß, wie sehr wir das bedauern.

Wir hoffen, damit zur Klärung der entstandenen Irritationen beigetragen zu haben, und so bleibt uns zum Abschluss nur noch, Konstanze Hügel für ihre geleistete Arbeit zu danken und ihr weiterhin alles Gute zu wünschen.