Als KommunalpolitikerInnen tragen wir Verantwortung für die gesamte Stadtentwicklung, nicht nur für den Verkehr, sondern auch für den Städtebau und die Umwelt unserer Stadt Leimen.
Eine Verkehrsplanung, die zukunftsorientiert und langfristig tragfähig die Verkehrsprobleme unserer Stadt lösen will, muss bei dieser Gesamtbetrachtung der Stadtentwicklung ansetzen. Sie muss auf die vielfältigen Funktionen der Stadt Rücksicht nehmen und dem Verkehr wieder die dienende Rolle zuordnen, die sich aus den anderen Funktionen der Stadt, ihrer Straßen und Plätze, ergibt. Eine Stadt sollte lebenswerte Strukturen für Wohnen, Einkauf, Arbeiten, Freizeit und Kultur bieten und damit ein Ort des Gemeinschaftslebens und des Austausches vieler sozialer Gruppen sein. Damit diese Strukturen gestärkt und erhalten werden, brauchen wir neue Ansätze in der Verkehrspolitik für Leimen. Eine Verkehrsplanung, die nur oder hauptsächlich die Bewältigung von Verkehr zum Ziel hat, führt in die Sackgasse, denn die Erfahrung lehrt, dass mehr Straßen auch zu mehr Verkehr führen, mit den damit verbundenen negativen Folgen, wie erhöhte Lärmbelästigung, schlechtere Luft, erhöhte Unfallgefahr, kurz gesagt: Die Lebensqualität nimmt ab!
Unser Ziel, welches wir als Grün-Alternative Liste konsequent verfolgen, heißt:
Leimen soll eine umwelt- und menschenfreundliche Stadt werden.
Darunter verstehen wir zum Beispiel
die Schaffung einer attraktiven und lebendigen Innenstadt mit günstigen Bedingungen für den Einzelhandel,
mehr Lebens- und Wohnqualität,
das Zusammenführen der verschiedenen Stadtteile,
eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Stadt der kurzen Wege )
und mehr Sicherheit im Verkehr.
Neben diesen Zielvorstellungen orientieren wir uns bei unserer Verkehrspolitik schwerpunktmäßig an bestimmten Bevölkerungsgruppen.
Wir sagen: Eine Verkehrsplanung muß kinder-, familien-, altenfreundlich und behindertengerecht sein!
Auf dieser Grundlage unserer Zielvorstellungen und Zielgruppen werden wir auch in den kommenden Jahren an die Verkehrsprobleme Leimens herangehen.
Um diesem Ziel, einer umwelt- und menschenfreundlichen Stadt näherzukommen, sind konkrete Maßnahmen erforderlich:
Busse
Durch jahrelanges Engagement und zähe Beharrlichkeit konnte unsere Fraktion dieses Jahr einen großen Erfolg in Sachen ÖPNV verbuchen, denn seit kurzem verbindet eine City-Bus-Linie im Halbstundentakt die beiden Stadtteile Leimen-Mitte und St.Ilgen. Wir freuen uns sehr darüber, dennoch geben wir uns damit nicht zufrieden. Wir streben einen weiteren Ausbau der neuen City-Bus-Linie an, insbesondere soll dabei der Berg in Leimen angebunden werden. Außerdem setzen wir uns für die Weiterführung der Fahrten in den späten Abend hinein ein. Damit die neue Linie auch attraktiv und kundenfreundlich ist, sollte für Fahrgäste, die nur den City-Bus benutzen, der Fahrpreis 1,-DM betragen.
Der ÖPNV fährt in Gauangelloch, Lingental und Ochsenbach nur sehr spärlich und bedarf eines dringenden Ausbaus. Aufgrund eines Antrages von uns, wurde die Linie 7022 wenigstens in den Hauptverkehrszeiten um einige Fahrten verdichtet. Doch das ist erst ein Tropfen auf dem heißen Stein. Um ein sinnvolles ÖPNV-Angebot bieten zu können, muss für diese Stadtteile ein Gesamtkonzept unter Bürgerbeteiligung erarbeitet und umgesetzt werden.
Wir sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf. Wenn ein Zusammenwachsen dieser Stadtteile mit Leimen wirklich gewollt ist, dann muss es auch möglich sein, dass Gauangellocher Kinder mit dem Bus ins Leimener Schwimmbad kommen können oder Lingentaler Senioren ohne Auto zu kulturellen Veranstaltungen am Abend ins Kurpfalzcentrum.
Bei der Straßenbahn befürworten wir weiterhin eine Verlängerung der Linie 4 bis Leimen, um einen Fünfminutentakt für Leimen zu erreichen.
Ebenso halten wir die Weiterführung der Straßenbahn nach Nußloch - Wiesloch - Bahnhof Wiesloch/Walldorf für sinnvoll.
Die Regionalbahn kommt, das ist sicher, doch der Zeitpunkt verschiebt sich immer weiter nach hinten. Unsere Fraktion setzt sich für eine schnelle Realisierung der Regionalbahn ein.
Wir wollen ein geschlossenes Radnetz innerhalb Leimens verwirklichen. Dazu gehört auch die Kennzeichnung der Fahrradwege im Stadtplan und eine Beschilderung der Fahrradwege. Aufgrund eines GALL-Antrages wurde die Stadtverwaltung hier auch schon tätig, doch leider sind nach wie vor noch nicht alle bisherigen Fahrradwege ausreichend ausgeschildert. Ebenso müssen einige Gefahrenpunkte, wie zum Beispiel an der Schwarzen Brücke in St. Ilgen, entschärft werden.
In der Stadtmitte wollen wir einkaufsfreundliche Fußgängerzonen schaffen. Wir setzen uns für mehr verkehrsberuhigte Bereiche ein und für die Schaffung von Spielstraßen in Wohngebieten, insbesondere vor allen Kindergärten und Schulen. Die Fußgängerüberwege müssen behindertengerecht und kinderwagenfreundlich gestaltet werden, durch das Absenken der Gehwegkanten und die Einrichtung akkustischer Signale an Ampelanlagen. Häufige Wege sind durch ein verkehrsarmes Fußgängerwegenetz verkehrssicher zu gestalten.
Fast zwei Drittel aller Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder gar getötet werden, ereignen sich innerhalb von Städten und Gemeinden. Beträgt der Bremsweg bei einer Fahrgeschwindigkeit von 30km/h ca 10m, so verdreifacht er sich bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50km/h auf ca 30m. Im Blick auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer setzen wir uns für Tempo 30 auf allen innerörtlichen Straßen Leimens ein.
Leimen soll eine umwelt- und menschenfreundliche Stadt werden,
auch für Sie; dafür werden wir uns mit aller Kraft einsetzen.
Unterstützen Sie uns dabei - mit Ihrer Stimme!