Erinnern Sie sich noch? Vor genau vier Jahren machte das Bauprojekt
Beintweg/Ziegelgraben in Leimen mächtig Furore. Auf dem ehemals
bäuerlichen Anwesen sollte, über 4½ Stockwerke
verteilt, ein Wohnkomplex mit über 40 Wohneinheiten entstehen.
Die Tiefgaragenzufahrt war zunächst über den Ziegelgraben
geplant. Bürgerprotest regte sich und innerhalb kürzester
Zeit hatten die Anlieger über 250 Unterschriften gegen dieses
Großprojekt gesammelt. Aufgrund der massiven Einwände
wurde der Bauantrag vom Antragsteller zunächst zurückgezogen
und dann in verkleinerter Ausführung erneut dem Gemeinderat
vorgelegt. "Noch immer zu massiv", sagten FWV, SPD und
GALL und lehnten auch dieses Bauvorhaben ab. Diese Ansicht wurde
in einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes 1996 noch einmal
bestätigt.

Seitdem ist es bis auf die jährlichen "Ziggelgrawe-Feschde"
wieder ruhig geworden in dieser Ecke. So wurde nun auch völlig
unbemerkt vom allgemeinen Interesse in der Maisitzung des Bauausschusses
eine Bauvoranfrage genehmigt, über die die Anwohner und Liebhaber
des Ziegelgrabens hoch erfreut sein können. Die 40 Wohneinheiten
sind auf 7 geschrumpft, die Stellplätze auf 12 und die Geschosse
auf 1½. Und selten genug, der Grünflächenanteil
ist bei dem neuen Projekt sogar größer als bei dem
alten! Gerne hätten wir freilich in den Plänen Anklänge
an die alten Bauformen und -massen gesehen. Dies ist leider nicht
der Fall. Dennoch freuen wir uns mit den Anliegern über den
"un-heimlichen" Erfolg ihres Protestes, denn der Ziegelgraben
ist - vorerst zumindest - gerettet!